Samstag, 20. August 2016

Königsee - Teil 2

...Wolken, Abendrot, Milchstraße...

Heute geht es mit dem Bericht von der Tour am Königsee weiter.

Wie ich bereits berichtete sind wir an der Gotzenalm für ein Abendessen eingekehrt und haben uns dann zum Sonnenuntergang einen Platz oberhalb der Alm zum fotografieren und übernachten gesucht.


Im Süden, auf der österreichische Seite der Berge baute sich am Abend ein Gewitter auf. Es war sehr interessant zuzusehen wie die Wolken sich auftürmten und die Blitze zuckten. So lange das Wetter dort drüben bleiben würde, wäre das auch kein Problem für unsere Planung. Nur das mit den Sternen in der Nacht wäre eventuell etwas kompliziert.

Ich fotografierte eine coole Wolkenformationen im schönen Licht des Sonnenuntergangs...


...und entschied dann auch einen Zeitraffer davon aufzunehmen...



Das war schon sehr beeindruckend. Hier mal ein paar Einzelbilder aus der Serie...




Hier noch das Making of dazu :-)


Ich dachte mir dann, dass ich die Kamera etwas in Richtung Süd-Westen drehe, um das von mir erwartete Lichtspiel in einem weiteren Zeitraffer aufzunehmen...




Okay, das war dann doch nicht so spektakulär wie ich es mir gewünscht hätte. Aber etwas Abendrot habe ich in den Wolken einfangen können. Hier auch noch ein Einzelbild aus der Serie...

Während die Kamera fleißig die Zeitraffer aufnahm, habe ich mit dem Handy ein paar Bilder in der anderen Richtung aufgenommen.


Kurz bevor das letzte Licht verschwand suchte ich mir den Platz für die Nacht von wo aus ich die Sternenfotos machen wollen würde. Dort habe ich noch ein schönes Panorama mit dem letzten Licht aufgenommen.


Geil, für solche Bilder mache ich solche Touren!

Langsam wurde es dann immer dunkler und der Wind drehte. Ich hatte die Hoffnung für Sterne in der Nacht noch nicht aufgegeben. Jetzt hieß es wieder warten und die Zeit tot schlagen. Wir quatschten viel und haben ansonsten die Ruhe genossen.

Kurz vor elf haben wir dann auch Sterne gesehen. Es war zwar ganz schön kalt geworden, aber es sah ganz vielversprechend aus. Ich machte die ersten Bilder mit dem CamRanger vom Handy aus gesteuert. Das Motiv an sich ist ganz nett, aber der Sensor der 7D II ist für diese Art der Bilder doch nicht so gut geeignet wie ich es mir eingeredet habe. Bei Langzeitbelichtungen und höhere ISOs fühlt sich die Kamera nicht wirklich heimisch.


Das war auch dann das einzige brauchbare Bild welches ich aus der Kamera und mithilfe Photoshop bekommen habe. Weil kurz nach der Aufnahme begann es zu regnen. Wir packten schnell unser Zeug zusammen und traten den Rückzug zur Gotzenalm an. Mittlerweile war es schon 23:30 Uhr und wir stellten uns an der Alm unter einem Vordach unter. Aus dem Regen wurde dann ein ausgewachsenes Gewitter welches jede Aussicht auf ein Milchstraßenfoto mit Bergen zunichte machte.

Wir standen also unter dem Vordach, machten uns ein paar warme Gedanken und verfluchten dieses Wetter. Irgendwann nickte ich ein und als ich wieder wach wurde war der Regen vorbei und nicht eine Wolke war am Himmel zu sehen.
Es war ca. 4:00 Uhr und ich hatte keine Ahnung wie lange ich geschlafen habe. Ich wusste aber, dass kurz vor 5:00 Uhr der Mond auf gehen würde. Also schnell die steifen Glieder warm gerieben, die Ausrüstung ausgepackt, Stativ aufgebaut und ein paar Aufnahmen am Zufahrtsweg zur Gotzenalm Richtung Westen zum Watzmann gemacht.

Daheim am PC habe ich dann mit viel Mühe dieses Bild aus den Dateien gequetscht...


Okay, es sind Berge und Milchstraße - eigentlich das was ich wollte - aber die Qualität, die ich mir vorgestellt habe, ist es nicht geworden. Es entstand aus sechs Einzelaufnahmen in zwei Zeilen. Eine Zeile mit Blende f/4.5, ISO 3.200 und 20 Sek. Belichtungszeit für die Sterne und Milchstraße und eine weitere Zeile mit Blende f/4.5, ISO 800 und 5 Minuten Belichtungszeit.
Das sind die selben Werte die ich damals am Geroldsee verwendet habe. Nur die Kamera und das Objektiv waren anders. Mit diesen, im Vergleich, miesen Ergebnissen hätte ich aber trotz Crop-Sensor nicht gerechnet. Egal - jetzt weiß ich es und dafür sind ja auch diese Art von "Experimenten" da.

Auf jeden Fall waren um 4:30 Uhr die Bilder im Kasten und für einen anderen Aufbau war keine Zeit mehr, da aus Richtung Osten bereits der Morgen graute.
Wir packten zusammen und machten uns um 4:50 Uhr auf den Abstieg Richtung Obersee...

Und da geht die Erzählung dann in Teil 3 weiter.