Freitag, 25. September 2015

Milchstraße fotografieren

...über der Erdfunkstelle Raisting...

Vor ca. einem Monat habe ich euch bereits die Sonnenuntergangs- und Nachtbilder, von der Erdfunkstelle RADOM Raisting, gezeigt. Bereits damals sagte ich, dass ich dort gern mal ein paar Bilder mit Sternen machen wollen würde.

Gesagt, getan. Letztens war ich mit Thomas vor Ort, um die Milchstraße zu fotografieren. Auch habe ich die Ausrüstung dabei gehabt um einen statischen Zeitraffer von der Sternenwanderung aufzuzeichnen.

Als wir ankamen haben wir erstmal die Lage gecheckt und uns eine Position für den geplanten Zeitraffer gesucht. Eine der Schüsseln ist derzeit nicht beleuchtet, sodass wir diese als Motiv auserkoren haben. Der beste Platz um die Schüssel und die Milchstraße zu fotografieren war auf dem Feld direkte daneben. Soweit ja kein Problem, da das Feld bereits abgeerntet war - aber, und das war das eigentlich ekelige daran, hat der Bauer offensichtlich am Tag davor das Feld geodelt. Also standen wir in wunderbar stinkiger Kuhkacke rum und bauten unser Equipment auf.

Also dann alles soweit eingerichtet war, haben wir den Zeitrafferauftrag gestartet (ich verwendete an der 7DII die kamerainterne Inervallfunktion mit einer Sekunde Verzögerung). Hier das erste Bild...

Wir gingen dann erstmal wieder vom Feld herunter. Die frische, gesunde Landluft, die uns einhüllte, machte uns schon etwas wackelig auf den Beinen...

Nachdem wir uns dann erstmal wieder akklimatisiert hatten, suchten wir nach weiteren Motiven, die wir mit der zweiten Kamera fotografiert haben. Dabei kam dann so was raus...




So langsam hatten sich unsere Augen an die Dunkelheit gewöhnt und konnten am Himmel immer mehr Sterne erkennen. Die Ausrichtung der Kamera und den korrekten Fokuspunkt zu finden war aber alles andere als einfach. Da die 5DII keine digitale Wasserwaage eingebaut hat, habe ich einige Testschüsse gebraucht um gerade und einigermaßen scharfe Bilder auf dem Sensor zu haben.

Irgendwann schaute ich dann mal nach Süden und dachte mir so - das ist ja krass. Nach nie hatte ich die Milchstraße so wahrgenommen wie an diesem Abend. Ich machte mich dann gleich auf die Suche nach einem passenden Motiv in dieser Richtung und entdeckte das kleine Kircherl welches zwar recht klein, aber trotzdem gut zum gewünschten Bildausschnitt passte.
Leute, es war so dunkel, dass weder durch den Sucher noch über Liveview irgendwas zu erkennen war. Deswegen brauchte ich auch einige Testaufnahmen bis des stimmig war...



Als wir dann genug Bilder mit der Kirche gemachte hatten, machten wir uns auf den Weg um andere Motive einfachen zu können. Recht bald sahen wir dann das...


...und mussten natürlich auch das Bild machen! Das Bild erinnert mich an den Film "Contact" mit Jodie Foster - kennt ihr den noch?

Auf jeden Fall spielten wir noch mit den Einstellungen und machten ein Bild nach dem Anderen...


Dann suchten wir den nächsten Spot aus. Wir nahmen eine der Schüsseln recht dominant von hinten (nicht falsch verstehen :-D ) und platzierten sie links im Bild die Milchstraße haben wir dann auf der rechten Seite einmal durchs Bild laufen lassen. Dann hatte ich eine verrückte Idee. Da die Schüssel von der Vorderseite beleuchtet wurde, hatten wir einige überstrahlte Bereiche. Ich dachte mir, da mache ich eine Belichtungsreihe und mache dann ein HDR. Ich dachte mir zwar, dass wird bestimmt nichts - aber Lightroom hat das ganz gut hingebracht - oder?


Zwischenzeitlich war es bereits kurz vor 23:00 Uhr. Also eigentlich Zeit zum Nachhause fahren. Thomas wollte aber noch unbedingt die Schüssel von vorne aufnehmen, sodass wir uns noch ein paar Minuten Zeit dafür genommen haben...


Auch das ist wieder ein HDR aus drei Einzelbildern mit zwei Blendenstufen unterschied.

Dann machten wir uns auf dem Weg zum Auto. Dort haben wir erstmal die Kameras aufgeräumt. Dann ging es zu den Kameras die den Zeitraffer aufzeichnen. Und die standen ja im stinkenden Feld...

Aber wo standen denn die Kameras im Feld? Es war so dunkel, dass wir die Kameras nicht gesehen haben. Wir haben mit den Taschenlampen die vermutete Stelle abgeleuchtet, aber da stand nichts. Aber zum Glück konnten wir die Kameras hören. So haben wir die auch wieder gefunden :-)

Ich schaute gleich mal, ob der Zeitraffer was geworden ist - und das was ich sah stimmte mich Glücklich. Es machte einen ordentlichen Eindruckt. Leider hat Thomas Kamera, nach dreißig Bildern, den Dienst quittiert. Keine Ahnung warum...

Jetzt wollt ihr bestimmt den Zeitraffer sehen - aber den zweige ich euch erst die kommenden Tage. Also schaut euch so lange die Bilder gern noch ein paar Mal an...