Montag, 2. März 2015

die drei Extreme

...große Augen machen...

Die drei Extreme über die ich schreiben möchte hängen mit meinem Eigenbau-Retroadapter zusammen. Als ich den Artikel vor ein paar Tagen schrieb bekam ich wieder richtig Spaß daran. Deswegen habe ich vor, die Sache hier im Blog weiterzutreiben. Immerhin hat das Thema ja einige interessiert.

Seit dem Bau meines Adapters habe ich immer mit einem EF-S 18-55 gearbeitet. Die Bilder waren auch immer brauchbar, aber ich möchte ab jetzt da einen oben drauf legen. Als erstes möchte ich mein EF 16-35 mal dafür verwenden. Ihr werdet euch jetzt fragen, warum denn gerade dieses Objektiv...?

Das kann ich euch auch gleich erklären...
Während beim EF-S 18-55mm beim zoomen der Tubus ausfährt und bei der Fokussierung die Frontlinse mitdreht ist beides beim EF 16-35mm anders. Das macht jetzt keine besseren Bilder aber die Bedienung ist einfacher. Als Goody habe ich noch zwei Millimeter mehr Brennweite was zu einer weiteren Vergrößerung führt.

Um nun aber das Objektiv verwenden zu können brauchte ich noch einen Step Down Ring von 82mm Filterduchmesser zu den 58mm des Adapters. Bei Amazon wurde ich für ein paar Euro fündig...


Verarbeitung ist in Ordnung, die Gewinde laufen gut. Das Set besteht aus acht Ringen zu Reduzierung von 82mm zu 48mm und ebenso acht Ringen von 48mm zu 82mm. Ab nun habe ich also immer einen passenden Filteradapterring auf Lager.

Aber heute geht es um die drei Extreme...

Extrem-nah dran

Extrem-groß sehen

Extrem-GEIL

Hier gleich mal ein erstes Foto zur Einstimmung in das Thema...


Jeder wird sofort erkennen um was es hier geht - es ist ein normaler Sonnenblumenkern den ich mit dem EF 16-35mm in Retrostellung bei 35mm Brennweite formatfüllend abgelichtet habe. Wie krass ist das denn?!?
Oder hier einen Springschwanz - mit 22mm Brennweite...


Diese kleinen Tierchen sind bereits bei Minusgraden auf dem Schnee und Eis unterwegs.

Ganz andere Springschwänze findet man in / auf der Erde von Blumen. Hier habe ich für euch mal ein paar "ausquartiert" um Fotos machen zu können.


Diese Art ist noch einmal kleiner als die auf dem Eis. Der "große" in der Mitte ist ca. einen Millimeter lang (inkl. Fühler). Hier habe ich mit 16mm Brennweite fotografiert und war ca. einen Zentimeter über der Wasseroberfläche. Um das fotografieren zu können musste ich einen Blitz verwenden der von der linken Seite mit voller Leistung reingeknallt hat, sonnst wären die Belichtungszeiten zu lang gewesen.

Das ist ja auch alles Schön und Gut aber welchen Abbildungsmaßstab kann man denn erreichen? Um das zu überprüfen, habe ich einen Standard-Meterstab als Fixwert genutzt. Erstmal habe ich die neun auf dem Meterstab fotografiert...

Brennweite 16mm - Fokus fix auf Naheinstellgrenze

...dann habe ich den Meterstab etwas verschoben, um die Skala mit den selben Einstellungen zu fotografieren...

Brennweite 16mm - Fokus fix auf Naheinstellgrenze

...beachtet bitte, links ist die volle Zahl und jeder Strich entspricht einem Millimeter. Das sind also etwas mehr als 5mm die ich in dieser Einstellung auf den Sensor bekomme. Dann rechnen wir jetzt mal mit dem anderen Fixwert, die 36mm KB-Sensorgröße, den Abbildungsmaßstab aus...

Formel:
Abbildungsmaßstab = Bildgröße / Gegenstandsgröße
Abbildungsmaßstab = 36mm / 5mm

Das bedeutet, ich schaffe mit dem EF 16-35 in Retrostellung auf 16mm mit dem Fokus an der Naheinstellgrenze einen Abbildungsmaßstab von ca. 7:1. Das ist sogar mehr als das legendäre MP-E 65mm (max. 5:1).

Hier noch ein paar weitere Bilder aus der Serie...

Brennweite 16mm - Fokus fix auf Unendlich

Brennweite 24mm - Fokus fix auf Naheinstellgrenze

Brennweite 24mm - Fokus fix auf Unendlich

Brennweite 35mm - Fokus fix auf Naheinstellgrenze

Brennweite 35mm - Fokus fix auf Unendlich

Mit dieser oben gezeigten Formel kann man dann auch die Größe der fotografierten Objekte errechnen. Da ich ja jetzt weiß, dass bei 16mm und Fokus auf die Naheinstellgrenze der Abbildungsmaßstab ca. 7:1 entspricht. Auch ist die Sensorgröße der Kamera mit 24mm x 36mm bekannt. Nehme ich nun dieses Bild...


...und ich weiß, dass das 24mm x 24mm Sensorgröße darstellt. Das Tier ist auf dem Bild ca. 6,1 mm lang, dann teile ich die 6,1mm durch den Abbildungsmaßstab (hier 7:1) und komme bei ca. 0,87mm heraus. Das Tier ist also in der Realität ca. 0,87mm lang.

Ich finde es beeindruckend, was man mit dieser Konstruktion sichtbar machen kann und welche Vergrößerung machbar ist.

Alles was ihr braucht ist ein Normal- bis Weitwinkelobjektiv, einen Retroadapter, eventuell einen Satz Adapterringe und ein Blitzgerät für eure Kamera.

Mich würde eure Meinung dazu interessieren. Schreibt mir in die Kommentare oder über Google+.