Mittwoch, 8. Januar 2014

Zeitraffer mit dem CamRanger - Grundlagen

...Teil 1 - Grundlagen...

Ich wurde gefragt, wie ich mit dem CamRanger einen Zeitraffer erstelle. Es ist im Grunde sehr einfach. Aber gern erkläre ich hier mein Vorgehen Schritt für Schritt.

Erst einmal fangen wir aber mit den Grundlagen, die für einen Zeitraffer und dessen Einstellungen wichtig sind, an.
  1. Location - wo möchte ich was aufzeichnen
  2. Zeitpunkt - Sonnenauf- / -untergang, unter Tags oder bei Nacht
  3. Dauer - wie lang soll das fertige Video sein
zu 1. - Location
Man braucht erstmal eine interessante Stelle von der aus man den Zeitraffer erstellen möchte. Wenn ich diese gefunden habe überlege ich mir, ob ich den Zeitraffer statisch oder bewegt aufnehmen möchte. Für einen statischen Zeitraffer braucht man...
  • Kamera - hier ist jede Kamera geeignet mit der man die Zeit / Blende / ISO manuell steuern kann
  • Timer - in unserem Fall den CamRanger (es geht aber auch mit allen anderen Timern auch Kamerainterne)
  • Stativ - am Besten ein stabiles mit einem Kugelkopf oder Nivelliereinheit um die Kamera am Horizont ausrichten zu können
Für einen bewegten Zeitraffer hat man zwei Möglichkeiten...
  1. Möglichkeit ist, die geplante Bewegung durch die Bildbearbeitung zu vollziehen. Hierfür werden aus dem aufgezeichneten Bild ein Ausschnitt definiert der sich dann über die Dauer der Zeitraffers Bild für Bild verschiebt.
  2. Möglichkeit ist die Verwendung des MP-360. Hier kann man in der CamRanger-App die geplante Bewegung definieren die dann während der Aufzeichnung vollzogen wird. Der Vorteil dieser Methode ist, dass man viel kleinere Bilder aufzeichnen kann (z. B. sRAW) und somit Speicherplatz spart. 
zu 2. - Zeitpunkt
Das, aus meiner Erfahrung, am weitesten verbreitete Anwendungsgebiet ist der Übergang von Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang. Dies ist auch immer sehr spektakulär und ist auch eines meiner Lieblingsmotive. Trotzdem kann man eigentlich jede Situation, die für das menschliche Auge recht langsam verläuft, zeitraffen. Ein paar Beispiele wären da...
  • Wolkenwanderung 
  • das Aufblühen einer Blume
  • Veranstaltungen
  • Sternenwanderung
  • Bau eines Wohnhauses
  • u. v. m.
Wenn man sich dann über den Zeitpunkt bewusst ist kann man sich Gedanken über die notwendigen Einstellungen und eventuelle Zusatzausrüstung wie...
  • Polfilter - für Bilder unter Tags
  • Graufilter - für Bilder bei denen die Bewegung nicht scharf sondern verschwommen sein soll - z. B. Zeitraffer von sich bewegendem Wasser (Wasserfall oder Bachlauf)
  • Taschenlampe - kann in manchen Situationen hilfreich sein
...machen.

zu 3. - Dauer
Die Dauer eines Zeitraffers wird bestimmt über die Dauer des fertigen Videos. Das Ganze lässt sich recht einfach mit ein bisschen Mathematik und einer Textaufgabe erklären... ;-)
Gehen wir mal davon aus, dass wir ein Video von einem Sonnenaufgang erstellen möchten. Dieses Video soll 40 Sekunden lang dauern und in FullHD mit einer Bildwiederholrate von 30 Bildern pro Sekunde abspielen. So, die Formel für die Berechnung der benötigten Bilder schaut dann so aus...

40 Sek. fertiges Video x 30 Bilder pro Sek. = 1.200 Einzelbilder

Also brauchen wir für dieses Video sage und schreibe 1.200 Bilder - krass. Aber wie lange der Zeitraffer und mit welcher Verzögerung die Bilder aufgezeichnet werden müssen wissen wir noch immer nicht...
Darauf kommen wir, indem wir überlegen wie lange der Sonnenaufgang dauert. Von absoluter Dunkelheit bis zur vollen Sonnenscheibe über dem Horizont vergeht, je nach Jahreszeit, ca. 1 1/2 bis 2 Stunden. Gehen wir nun für unseren Zeitraffer von zwei Stunden aus - dann können wir nun wieder rechnen...

2 Stunden = 120 Minuten = 7.200 Sekunden
 
7.200 Sek. geteilt durch 1.200 Einzelbilder = 6 Sek. Verzögerung 

Jetzt wissen wir also, dass wir für ein 40 sekündiges Video mit 30 Bildern pro Sekunde von einem Sonnenaufgangs der ca. zwei Stunden dauert 1.200 Bilder aufzeichnen müssen mit einer Verzögerung von sechs Sekunden zwischen den einzelnen Bildern.
Info:
Diese Werte gelten jetzt nicht nur für diesen Sonnenaufgang, sondern für alle Zeitraffer mit denselben Ausgangswerten. Durch Ändern von einem Parameter ändert sich dann auch das Ergebnis.
Es schadet also nicht, sich vorab ein paar Gedanken zu machen und sich entsprechend vorzubereiten. Man kann natürlich auch spontan raus gehen und einen Zeitraffer mit irgendwelchen Werten erstellen. Es kann aber sein, dass man dann am Ende nicht genug Bilder im Kasten hat und eine Situation verpasst oder das Video zu kurz wird.


Weiter geht es im zweiten Teil. Dort zeige ich euch die Einstellungen im CamRanger an unserem Beispiel.