Freitag, 4. Oktober 2013

große Einsatzübung

...Technische Hilfeleistung, Verletztenbetreuung und Gefahrstoffe...

Das Zusammenspiel von Feuerwehr, Rettungsdienst und ABC-Zug und die Reaktion der Führungskräfte auf die diversen Aufgaben war das Thema der großen Einsatzübung.

Das Unfallszenario erklärt:
Verkehrsunfall in einer Kurve zwischen einem Pkw und einem Radlader. Im Pkw drei, im Radlader eine verletzte Person. Ein nachfahrender Gefahrstofftransporter weicht dem Unfall aus und die beiden Insassen sind nicht nur durch den Unfall verletzt sondern auch noch den austretenden Gefahrstoffen ausgesetzt.
Übersichtszeichnung der Einsatz- / Übungsstelle

Die Unfallstelle zu einem späteren Zeitpunkt als Panorama


Das erste Fahrzeug übernahm sofort die Personenrettung aus dem Pkw und dem Radlader. Hier musste sich mit schwerem Gerät Zugang zu den Verletzten gemacht werden. Hierfür wurden die Türen und das Dach mit Spreizer und Schere entfernt. Kurz darauf kam der Rettungsdienst hinzu und übernahm dann die Personenbetreuung.

an Kunstblut wurde nicht gespart...
Die Verletzen wurden vorher vom Malteser Hilfsdienst entsprechend ihres Verletzungsbildes geschminkt. Das machte die Übung realistischer. Bereits nach ein paar Minuten hat man nicht mehr zu einem realen Einsatz unterscheiden können.
 
 
 
 

Ein nachrückendes Fahrzeug übernahm die Erkundung des dritten beteiligten Fahrzeugs. Es stellte sich schnell heraus, dass es sich um einen Gefahrenstofftransporter handelte. Somit wurde der ABC-Zug nachalarmiert.
ABC-Zug rüstet sich aus
kurze Besprechung beim ABC-Zug
die Kommandanten bei der Notierung der Gefahrstoffnummern zur späteren Recherche in RESI
Der erste Trupp übernahm die Personenrettung und anschließend die Erkundung der Ladung. Es stellte sich heraus, dass es sich um folgende Stoffe handelt...
  • Aluminiumgranulat
  • Salzsäure (Umverpackung beschädigt - Säure ausgetreten)
  • ein Strahler der Klasse II (Umverpackung beschädigt)
Gefahrstoffidentifikation inkl. der Übungsdatenblätter und der vorgegebenen Messwerte
ein Gefahrstoff tritt während der Erkundung aus bzw. reagiert mit anderen geladenen Stoffen...
 
...egal - wir müssen wissen was da noch alles drin ist...
Der Trupp wurde zurück gerufen und ein weiterer Trupp mit Chemieschutzanzügen ausgerüstet die dann losgeschickt wurden um die Gefahrstoffe zu sichern und zu bergen.
Nebenbei lief die Personenrettung und Betreuung weiter. Außerdem wurde der Dekonterminationsplatz aufgebaut.
Die Einsatzstelle und im Hintergrund der austretende Rauch aus dem Gefahrstofftransporter
Die Verletztenbetreuung bis in den Rettungwagen...
...auch die Verkehrsabsicherung wurde aufgebaut...
Aufbau der Dekondusche
Aufbau der Dekondusche
der Dekonplatz
Anschließend mussten alle Einsatzkräfte und Verletzte, die innerhalb der Gefahrenzone (Strahlung) waren, durch den Dekonplatz gehen und wurden vom ABC-Zug gereinigt und überprüft.

Um ca. 21:00 Uhr wurde dann das Einsatz- / Übungsende ausgerufen. Alle Verletzten wurden dem Rettungsdienst übergeben und die Gefahrstoffe wurden gesichert. Die Ausrüstung wurde wieder aufgeräumt und die Einsatzstelle gereinigt. Anschließend trafen sich alle im Feuerwehrgerätehaus zur Übungbesprechung und zu einem kleinen Snack.

Fotografiert habe ich mit der 5D II, dem EF 24-70 und einem Blitz. Die anschließende Bearbeitung wurde absichtlich so gestaltet, dass ich die Lichter abgedunkelt und die Tiefen aufgehellt habe. Somit erzeugte ich ein "Pseudo-HDR" und konnte damit einige Details in den Tiefen sichtbar machen und die Überstrahlung eingrenzen. Diese Bearbeitung hat aber einen negativen Einfluss auf das Bildrauschen, dass gerade dann sichtbarer wird. Nachdem ich zwischen ISO 2000 bis 5000 fotografiert habe ist das dann auch nicht mehr zu entfernen/verstecken. 
In diesem Fall geht es aber genau darum, die Szene festzuhalten und nicht darum, perfekte, rauschfreien Bilder zu erstellen. Die Bilder sind ja für keinen Katalog oder Fotowettbewerb - außerdem sind im Feuerwehrhaus vielleicht fünf Leute die diese Details überhaupt sehen / bemerken werden :-)
Insgesamt habe ich etwas über 300 Bilder gemacht und hatte einen ca. 10%igen Ausschuss durch die schlechten Lichtverhältnisse in denen der Autofokus kein Ziel gefunden hat. Auch habe ich meinen manuellen Blitz manchmal falsch bzw. nicht der Situation passend eingestellt gehabt. So wurde dann zuviel oder zuwenig Licht abgegeben.
Am Ende sind 274 Bilder übrig geblieben die ich den Organisatoren übergeben konnte. Diese werden die Bilder nun nochmals kritsch durchschauen und eventuelle einsatztaktische Korrekturen mit den Führungskräften besprechen.

Fazit:
Die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen hat super funktioniert. Alle Beobachter und Teilnehmer sprachen ihren Dank an die Organisatoren aus. Teilweise konnte hier das Gelernte erstmals in einer praxisnahen Übung angewandt werden. Die Verletzten schrien, stöhnten und gaben sich so passend, dass einige Teilnehmer die "Übung" schnell ausblendeten und unter ganz "realen" Bedingungen arbeiteten.
Ich bedanke mich bei den Organisatoren, dass sie mich ansprachen diese Übung zu dokumentieren. Immerhin sind ein paar ganz nette Bilder entstanden.

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