Donnerstag, 10. Oktober 2013

aus der Fototasche - Sigma 150mm 1:2.8 APO MACRO DG HSM

...eine tolle Linse...

Es wird mal wieder Zeit etwas über meine Ausrüstung zu schreiben. Heute soll es um das...
 Sigma 150mm 1:2.8 APO MACRO DG HSM (Puhh - das ist ein Name...!)

...gehen.

Ehrlich gesagt, sind mir das zu viele Buchstaben - ich rede hier also immer vom Sigma 150. Die ganzen zusätzlichen Zahlen und Buchstaben beschreiben die Wertigkeit bzw. Ausstattung des Objektivs. Diese sind:
  • 1:2.8 - Anfangsblende von 2,8
  • APO - Ist eine besondere Art der Linsenvergütung und -anordnung die das Licht im Strahlengang so leitet, dass Unschärfen und chromatische Aberrationen auf ein Minimum reduziert werden.
  • MACRO - Das Objektiv ermöglicht einen Abbildungsmaßstab von 1:1.
  • DG - Besonders für digitale Kameras optimierter Aufbau. Ist für den Einsatz an KB-Kameras konzipiert.
  • HSM - Ist der Sigma-Eigene Ultraschallmotor der das leise Fokussieren ermöglicht.
Lieferumfang:
  • Objektiv
  • Objektivdeckel
  • Sonnenblende
  • Stativschelle
  • Transporttasche
  • Bedienungsanleitung und Garantiekarte
Das Objektiv ist das erste hochwertige Objektiv welches ich mir vor einigen Jahren angeschafft hatte. Bereits damals hatte ich mich für die Makrofotografie interessiert und mich in diversen Foren herumgetrieben. Überall schwor man auf die Qualität der Linse. Deswegen hatte ich mich dann auch dafür entschieden und auch bis heute nicht bereut.

Das Objektiv hat einen Autofokus der, wie oben beschrieben, mit einem Ultraschallmotor angetrieben wird. Dieser ermöglicht das leise Fokussieren. Den Autofokus kann man in drei Stufen einstellen...
  • 0,38 - 0,52m - in dieser Stellung verfährt der Autofokus nur in diesem Bereich. Das ist der absolute Nahbereich (1:1) bis ca. 1:2
  • 0,52m - ∞ - in dieser Stellung ist der Nahbereich ausgeblendet.
  • FULL - OK - das sollte eigentlich klar sein...
Autofokusstellungen am Objektiv und das mittlerweile "schmutzige" Erscheinungsbild
Der Vorteil der Einschränkung liegt daran, dass der Autofokus schneller arbeitet, da er nicht den gesamten Fokusbereich des Objektivs abfahren muss. Der Autofokus an sich arbeitet zwar recht flott - aber wenn ich diesen mit meinem Canon 70-200 oder gar dem 24-70 vergleiche ist er eigentlich total lahm. Das 70-200 ist echt schnell aber das 24-70 ist derzeit mein schnellstes.

Aber wisst ihr was - der Autofokus ist mir bei dem Sigma total wurscht, weil ich in der Makrofotografie diesen fast nicht benutze. Für andere Fotos als Makros nutze ich es eigentlich nicht. Ein paar wenige Fotos habe ich freihand mit dem Autofokus gemacht - die Bilder gehören aber definitiv nicht zu den besseren. Meine guten Makros wurden immer mit manuellen Fokus und Stativ gemacht...!
Jetzt fragt ihr euch, warum ich mir das Canon 100 Makro angeschafft habe wenn ich doch ein so gutes Makro habe...
Nun ja, manchmal ist der Faktor "haben wollen" größer als der Faktor "brauchen". In diesem Fall kann man das auch so sagen. Aber es gibt auch ein paar Gründe mit den ich mir die Anschaffung rechtfertige.
  1. Das Canon hat einen Bildstabilisator der es mir ermöglicht auch mal ein Freihandfoto zu machen.
  2. Kann man das Canon auch mal als Portraitlinse hernehmen und das habe ich auch schon gemacht.
  3. Das Canon ist eine L-Linse die eine gewisse Wetterfestigkeit mitbringt. Zumindest wirbt Canon mit einer staub- und feuchtigkeitsabweisenden Abdichtung. Da ich auch hin und wieder bei schlechten Wetter unterwegs bin nutze ich dann das 100er und lasse das 150er Zuhause. 
  4. Das Canon ist viel leichter. Das Canon wiegt ca. 625g; das Sigma ca. 1.000g. 
  5. Interessiert sich meine große Tochter auch für die Fotografie (auch Makrofotografie). So können wir gemeinsam auf Makrotour gehen. Ich mit der 5DII und dem Sigma und sie mit der 40D und dem Canon.
Was mich etwas stört ist diese Sigma-Lackierung /-Beschichtung. Diese ist zwar recht griffig, aber an dieser bleiben Staub und Schmutz sehr leicht kleben/hängen und man bekommt es eigentlich nicht mehr wirklich sauber. So schaut das Objektiv immer irgendwie dreckig aus (sieht man auf dem Bild oben). Bei einigen Objektiven von befreundeten Fotografen haben ich auch schon gesehen, dass diese Lackierung/Beschichtung sich ablöst. Die Funktion des Objektivs wird dadurch zwar nicht eingeschränkt - aber es ist dann schon sehr unansehnlich.

Sigma hat das 150er und das 180er Makro neu aufgelegt und die neuen Versionen mit einem Bildstabilisator ausgestattet. Alle anderen Daten des Objektivs sind gleich geblieben. Diese neue Version hat den Zusatz OS für den Bildstabilisator. Grundsätzlich eine gute Weiterentwicklung die, nachdem Canon das 100 Makro mit Bildstabilisator auf den Markt brachte, eigentlich ganz klar war, dass Sigma nachgezogen hat.

Für das Objektiv habe ich mir auch recht bald einen gebrauchten Sigma 2x Telekonverter für günstiges Geld angeschafft. Ich wollte immer noch weiter entfernte Objekte fotografieren und dafür braucht man entweder ein anderes Objektiv oder eben diesen Konverter. Die Kombination macht aus dem Objektiv ein 300mm f5,6. Der Autofokus wird dann deaktiviert bzw. funktioniert nicht mehr. Der Konverter rastet satt in das Objektiv ein. Die Bildqualität ist im Nahbereich ganz brauchbar. Weiter entfernte Objekte können zwar auch noch gut fotografiert werden, die hohe Bildqualität geht aber verloren. Die Bilder sind nicht mehr so knackig scharf und die Farben werden flauer. Dies kann man aber mit etwas Bildbearbeitung auch noch gut in den Griff bekommen.
Sigma 150 + Sigma 2x Telekonverter
Das Objektiv durfte bereits einmal einen Ausflug zum Sigma-Service machen. Grund hierfür war ein Sturzschaden. Für diese Geschichte verweise ich auf den Bericht über die Canon 40D. Dort berichte ich wie es dazu kam.
Der Sigma-Service schrieb im Kostenvoranschlag, dass sie nicht garantieren, dass das Objektiv danach immer noch die selbe Abbildungsleistung erreicht. Ich hatte Bedenken, ob ich danach mit dem Objektiv noch einmal glücklich werden könnte. Nun ja, nach der Reparatur kommt es mir subjektiv so vor, dass die Bilder noch einen Ticken besser geworden sind. Also dem Sigma-Service kann ich nichts negatives (weder Bearbeitungszeit noch Qualität) nachsagen. Es wurden im Objektiv einige Leiterbahnen, Teile des Gehäuses ausgetauscht sowie die Linsengruppen und Autofokus justiert. Ich bin zufrieden...!

Hier noch ein paar Bilder die ich mit dem Sigma 150 gemacht habe...
Fazit:
Eine Linse mit sehr guten Eckdaten und Ergebnissen. Bis heute bin ich mit der Linse sehr glücklich. Die Naheinstellgrenze von 38cm ist in der Makrofotografie sehr gut, da viele Tiere sehr scheu sind und man sich schon sehr vorsichtig anpirschen muss. Da ist jeder Millimeter Brennweite mehr viel wert. Am Liebsten hätte ich manchmal ein 300mm Makro da selbst mit dem 150er die Insekten oftmals schon das weite suchen bevor ich da bin.
Es ist mein erstes Sigma Objektiv und ich hatte Anfangs die Befürchtung, dass das Objektiv eventuell nicht gut funktionieren könnte. Im Internet liest man häufig von Fokusproblemen und dezentrierten Objektiven. Ich konnte an meinem Exemplar keine Probleme feststellen, wobei ich keine Labortests mache sondern ein paar Fotos erstelle und wenn die mir gefallen ist alles OK...

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